Agt Hukuk

Internationales Familienrecht

Ihre Fachanwaltskanzlei in Istanbul für Familienrecht

Ein Schwerpunkt der Kanzlei AGT Hukuk liegt im Familienrecht. Neben unserer allgemeinen Beratung zur familienrechtlichen Fragen wie Scheidung, Vermögensauseinandersetzung, Sorgerecht etc. haben wir uns als Fachanwaltskanzlei auf internationale Sachverhalte, insbesondere auf den deutsch-türkischen Rechtsbereich, spezialisiert.

Die Zahl der Ehen mit Auslandsbezug nimmt stets zu und bei den sog. bi-nationalen Paaren ist die Zahl der deutsch-türkischen Ehen am größten.  Die internationale Scheidung gewinnt daher immer mehr an Bedeutung.

Bei Scheidungen mit Auslandsbezug sind häufig Gerichte verschiedener Länder zuständig, so dass sich die Frage stellt, in welchem Land die Durchführung der Scheidung für den Mandanten am Vorteilhaftesten ist. Denn solange die die Scheidung in einem Land „läuft“, darf die Scheidung in einem anderen Land nicht mehr beantragt werden.

Ob es ratsam ist, die Scheidung in dem einen oder anderen Land durchzuführen, kann von verschiedenen Faktoren abhängen, wie, in welchen Ländern befindet sich das Vermögen, sind minderjährige Kinder vorhanden, Fragen des Unterhalts etc. In diese Einschätzung ist miteinzubeziehen, dass die Scheidung in dem jeweiligen anderen Land rechtlich anerkannt werden muss.

Eine Scheidung in dem einen oder anderen Land kann wegen der Folgen zu erheblichen persönlichen und wirtschaftlichen Konsequenzen führen und ist auch im Hinblick von Zeit-und Kostenfaktor der Scheidung von Fall zu Fall zu prüfen und zu entscheiden.

Holen Sie sich rechtzeitig Rat und Unterstützung von den Spezialisten unsere Fachanwaltskanzlei, die aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung einen guten Überblick über die rechtlichen und tatsächlichen Verhältnisse beider Länder haben.

Unser Leistungsspektrum:

  • Beratung zur Ehe und Heirat
  • Gestaltung von Eheverträgen unter Berücksichtigung beider Rechtsordnungen
  • Durchführung eines Mediationsverfahrens 
  • Außergerichtliche und gerichtliche Vertretung im Scheidungsprozess
  • Auskunft auf Inventarverzeichnis gemäß Art 216 tZGB
  • Berechnung der Errungenschaftsbeteiligung und Gestaltung von Scheidungsfolgenvereinbarungen 
  • Durchführung der gerichtlichen Vermögensauseinandersetzung –Errungenschaftsbeteiligung 
  • Güterrecht – Immobilienrecherche /Einholung von Grundbuchauszügen zum Zwecke der Vermögensbewertung
  • Durchführung von einstweiligen gerichtlichen Verfahren zur Sicherung des Vermögens in der Türkei
  • Unterhalt
  • Alles ums Kind-  Abstammung und elterliche Sorge
  • Anerkennungsverfahren ausländischer Urteile

 

Kurze Anmerkung zur Scheidung und Anerkennung einer ausländischen Scheidung:

-    In der Türkei können die Eheleute innerhalb von wenigen Tagen geschieden sein, wenn sie sich über die Folgen der Ehe, wie Unterhalt, Vermögen etc. geeinigt haben. Nach dem türkischen Scheidungsrecht muss weder der Ablauf eines Trennungsjahres abgewartet werden, noch kennt es den Versorgungsausgleich. Jeder, der die türkische Staatsbürgerschaft hat, ist berechtigt diesen Antrag zu stellen.

-   Türkische Scheidungsurteile müssen ggf. in Deutschland anerkannt werden, damit sie für den deutschen Rechtsbereich Wirkung entfalten. Das vereinfachte Anerkennungsverfahren wird vor den Justizverwaltungsbehörden durchgeführt.
-    Die Anerkennung eines deutschen Scheidungsbeschlusses kann, damit es in der Türkei gilt, nur bei einvernehmlichen Vorgehen der geschiedenen Eheleute-  vor dem Generalkonsulat vorgenommen werden. In allen anderen Fällen ist ein gerichtliches Anerkenntnisverfahren in der Türkei durchzuführen.  Die Anerkennung der Scheidung ist für türkische Staatsbürger – auch für Personen mit sog. Mavi –Kart - deshalb wichtig, weil erst dann der geänderte Familienstand im Personenstandsregister (nüfus) eingetragen wird. Erst nachdem die Korrektur des Registers erfolgt, kann ein Ehefähigkeitszeugnis für die Wiederheirat bzw. der Erbschein mit den „richtig“ ausgewiesenen Quoten ausgestellt werden. Ferner ist zu beachten, dass die Verjährungsfrist für Auseinandersetzung des Vermögens nach der Scheidung ruht, solange der deutsche Scheidungsbeschluss nicht von den türkischen Behörden bzw. gerichtlich anerkannt wurde.

-    Nach der Scheidung in Deutschland kann die Vermögensauseinandersetzung auch in der Türkei durchgeführt werden, wenn einer der Eheleute die türkische Staatsbürgerschaft hat oder hatte. Im türkischen Güterrecht galt bis zum 31.12.2001 als gesetzlicher Güterstand die Gütertrennung und ab dem 01.01.2002 die Errungenschaftsbeteiligung.  Bei der Errungenschaftsbeteiligung geht es darum, das Vermögen unter den Ehegatten „aufzuteilen“. Vereinfacht gesagt, behält jeder Ehegatte sein Eigengut (Erbe, Schenkung etc.) und hat Anrecht auf die Hälfte der Errungenschaft des anderen Ehegatten. Der Ausgleichsanspruch aus der Errungenschaft ist ein Zahlungsanspruch.